Vorwort

Die erste Rechenmaschine war die Brunsviga 20, die ich 1987 auf einem Berliner Flohmarkt für 30 DM kaufte. Ich wollte mal sehen, was da drin ist und wie das so funktioniert.

Im Informatik-Unterricht setzte ich dann die Maschine ein, um beim Schreiben einer Gebrauchsanweisung das Erstellen von Struktogrammen für die Ausführung der Grundrechenarten zu üben. Dafür boten sich dann auch noch die anderen Rechenhilfsmittel an, die bisher unbeachtet im Haus herumlagen: Rechenschieber, Suan Pan und Taschenrechner.

Auf Flohmärkten wurden weitere kleine Rechnengeräte dazugekauft (Resulta, Addiator). Nachbarn und Freunde bekamen mit, dass ich mich für Rechenmaschinen interessierte und brachten mir ihre Maschinen mit. Eines Tages entdeckte ich ein Comptometer auf einem Flohmarkt und wusste überhaupt nicht wie das funktionieren sollte. Es war recht teuer und ich kaufte es nicht. Das war 1991 und ich hatte inzwischen 15 Maschinen inventarisiert. Da wurde mir bewusst, dass ich da eine kleine Sammlung hatte, die noch um viele weitere Funktionsprinzipien erweitert werden konnte.

Seit 1991 suche ich nun auf Flohmärkten, bei Trödlern und in Antiquitätenläden nach weiteren Maschinen. Inzwischen versuche ich es auch über das Internet. Einige Maschinen waren in einem jämmerlichen Zustand. Da es mir auf das Funktionsprinzip ankommt, war es nur konsequent, die Maschinen dann weitgehend zu zerlegen und die Mechanik möglichst originalgetreu zu restaurieren und zu ergänzen (mit Hammer, Schraubstock, Feile, Hartlöten, Drehen, Lackieren usw.). Alle Maschinen funktionieren also, zum Teil allerdings etwas schwerfällig bzw. mit kleinen Einschränkungen. Einige Geräte wurden auch nach Vorlagen aus Museen und Büchern nachgebaut.

Nun sind es inzwischen mehr als 250 verschiedene Geräte, an denen sich die Entwicklung der mechanischen Rechenhilfsmittel studieren lässt. Diese Sammlungsübersicht gibt es seit April 1998. Sie wird regelmäßig aktualisiert. An Hinweisen auf Fehler und Ungenauigkeiten in dieser Sammlungsübersicht sowie an Ergänzungen meiner Sammlung bin ich sehr interessiert. Wenn Sie Fragen haben, schlagen Sie bitte bei den allgemeinen Informationen zur Sammlung im Anhang 6 nach.

Und nun viel Spaß beim Blättern in der Sammlung.

Wolf-G. Blümich, 23.08.2006


© Wolf-G. Blümich, Stand: 06.03.2008